Wir wollen Zucker, Zucker, Zucker!

Oh ja, mein Umfeld kennt die Qualen, die ich bereit bin, mich selbst, aber auch den anderen auszusetzen. Am meisten leidet darunter wohl meine Familie. Selbstverständlich war das Thema Gesundheit während Corona auch bei mir präsenter und zwischenzeitlich dachten sich wohl meine Mitbewohner, dass Corona gar nicht so schlimm sein könnte, verglichen mit meinen großartigen Experimenten.

Neben viel Bewegung und frischer Luft, was meine Kinder bei jedem Wetter definitiv sehr liebten und weshalb wir uns wohl auch für einen Hund entschieden haben, war das Thema Ernährung ganz oben auf meiner Agenda. Viel Obst und Gemüse kannten sie ja schon, aber jetzt wollte ich ihnen an ihre Snacks und Schleckereien. Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, den Zucker zu verbannen bzw. zu reduzieren. Dass ich auf Zucker seit einiger Zeit mehr oder weniger streng verzichte, wussten sie, doch dann dachte ich: Was gut für mich ist, kann ja nur gut für alle sein! Also schmiss ich am Wochenende die Küchenmaschine an und stellte mich dem Kampf mit herkömmlichen Kuchen und Co.

 Während der Schokokuchen ohne Zucker aber mit Apfelmus bei allen Anklang fand und ich gleich mit einem positiven Feedback startete, wurde ich gleich etwas übermütig und wollte neben Zucker auch gleich noch ein paar Kohlehydrate und Kalorien reduzieren. Statt dem geliebten Käsekuchen, machte ich mich ans Werk für einen locker, leichten Skyr-Kuchen. Der Eischnee war ein Traum, ich hob das fluffige Weiß und die Quark-Skyr-Masse und alle waren begeistert von dem Anblick und die Hoffnung auf einen leckeren Sonntagskuchen stieg. Ungefähr so wie die Masse schlussendlich im Ofen, doch die Hoffnung fiel in sich zusammen, wie der Kuchen an sich. Nach einem gefühlten 10 cm hohen fluffigem Käse-Skyr-Traumkuchen, landete am Ende ein ca. 1,5 cm hoher Flatschen auf den Tellern, der mehr oder weniger wie schlecht abgeschmecktes, gesüßtes Omelette schmeckte. Ich gestand, dass definitiv keine Alternative zu was auch immer sein würde.

Doch es war nur ein kleiner Rückschlag und ich gab nicht auf. Dinkelmehl wurde mit Datteln und Co gemischt und ich rührte und mixte, was das Zeug hielt. Ich merkte schon, dass die Lust auf Kuchen und Co immer mehr zurückging. War das gut oder schlecht? Ich machte den ultimativen Test und machte mich an leckere Toffee-Muffins mit Karamel, Schokolade, dem weißen, verbotenen Kristallzucker und echten, wahren Kalorien. Der Geruch war super, die Optik ein Traum, aber die Freude bei meiner Familie noch etwas verhalten. Alle nahmen sich zwar brav einen Muffin, aber anstatt genüsslich reinzubeißen, wie ich es angenommen hatte, fragte mein Sohn nur vorsichtig: „Ist da Zucker drin?“ Ich konnte ihn beruhigen: „Ja, es ist Zucker drin, normales Mehl und keine böse Überraschung.“ „Also ist der wirklich ungesund,“ fragte meine Tochter. Ich nickte. Die Augen aller leuchteten und sie bisschen voller Vorfreude in ihre Muffins. Diesmal wurden sie nicht enttäuscht und genossen sichtlich jeden Bissen. 

Wenn Zucker so glücklich macht, bin ich pro Ausnahme!

Ich fragte mich, ob ich es vielleicht ein kleines bisschen mit meiner Fürsorge übertrieben hatte. Ich ließ die zuckerfreien Ökö-Gummibärchen mit Agar Agar mal vorerst in der Schublade verschwinden. Ich denke, die Mischung macht es. Sie sollen genießen und essen, was ihnen schmeckt und Spaß macht. Natürlich nur in Massen. Schrieb sie und griff beherzt in die Chipstüte 😉

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